Von Vögeln, schießen, marschieren und feiern

Das war sie wieder, unsere Kirmes. Ein ganzes Jahr hat man sich darauf gefreut und plötzlich sind die Tage auch schon wieder vorbei. Der eine meint, es reicht dann auch. Der andere wiederum könnte noch paar Tage. Alles in allem war es wieder ein schönes Schützenfest das wir erlebt haben. Bevor es aber wie üblich am Freitag vor Kirmes losging hatten wir bereits einige Termine hinter uns. So hatten wir zum ersten mal eine Großfackel und nebenbei 3 Residenzen gebaut ( für unseren Schützenkönig Peter XI, den Jägerkönig Frank I Sausner und den Hubertuskönig Frank II Vieten). Wir waren also schon weit aus früher im Kirmesfieber als die Jahre zuvor. Aber auch das haben wir mit Leichtigkeit bewältigt. Auch hatten wir Glück mit dem Wetter, denn bei allen Umzügen blieb es trocken.

Unser Zug stellte nicht nur den Oberstadjutanten, den Hubertushauptmann, den Hubertuskönig oder den Jägerkönig. Nein, mit unseren neuen Jungschützen stellten wir auch den größten "Invaliden-Club" den es vermutlich je in Norf gegeben hat. Durch die verschiedensten Sportverletzungen war es nur einem der jungen Wilden überhaupt möglich an den Umzügen teilzunehmen. Der Rest fiel schlicht und einfach aus . Unterstützung erhielten wir aber durch 2 Gastmarschierer (Tim und Marc), die den Ausfall halbwegs kompensieren konnten.

Alljährlich beginnt der Freitag mit dem Zugschießen. Dieser Tag bleibt den meisten von uns in diesem Jahr aber in Erinnerung. Gleich beide passiven Mitglieder konnten ein Pfand ergattern. Das war aber noch nicht alles, die größere Überraschung sollte noch folgen... Unser Frank Hoppe konnte endlich im 13. Anlauf den Königsvogel von der Stange holen. Damit hatte wirklich keiner gerechnet, er vermutlich am wenigsten. Gefreut hat es aber trotzdem alle und es wurden schon die möglichen und abenteuerlichsten Krönungsfeierlichkeiten besprochen oder durchdacht. Nach dem mittlerweile "traditionellen" Zwischenbier beim Passiv-Jäger Mario liefen wir dann unsere Endstation des Tages an: das Partyzelt von "GUT DRAUF" beim Olt. Frank "Bulle" Buttler. Hier warteten schon unsere Frauen auf uns, voller Neugier, welche von ihnen denn nun die neue Königin wird. Zunächst wurden die Pfänderschützen ausgezeichnet und im Anschluss auch das neue Zugkönigspaar. Nicht nur die Zugfrauen freuten sich sehr, auch war die Freude bei der neuen Königin Marion groß, ist das Königinnen-Dasein doch zu einem Hobby von Ihr geworden. Nach 2x Corpskönigin nun endlich Zugkönigin. Was für ein kometenhafter Aufstieg!!!! Unser erster Gastmarschierer Tim war bisher noch nicht groß aufgefallen, hatte er bisher doch so gut wie nix gesagt.

Nach dem offiziellen ging man zum gemütlichen Teil über und es wurde bis in den späten Abend zusammen der Kirmeseinklang gefeiert. Die Entscheidung, das Essen erstmalig bei "Pütz" zu bestellen war genau richtig und schreit nach Wiederholung.Ob es nun an der Drohung des Spießes lag, das derjenige, der am nächsten Morgen zu spät zum schmücken erscheint, bei der Vergabe der Zug-Sau ganz weit vorne liegt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber der Abend endete für viele überraschenderweise wesendlich früher als sonst. Besonders der neue Zugkönig hatte seine Schießkünste offenbar zu sehr mit Bier gefeiert, er musste als erster die Segel streichen.

Mit Sicherheit kann aber gesagt werden, dass es an der Drohung des Spießes lag, das am nächsten Morgen wirklich alle pünktlich zum Frühstück beim Spieß erschienen sind. Selbst der letzte kam noch vor der abgemachten Zeit. Da hatte der erste schon die 2. Flasche am Hals. Nach einem Frühstück an der frischen Luft ging es dann durch den Ort um bei den Chargierten zu schmücken. Um 12:00 Uhr waren wir pünktlich beim Böllerschiessen und im Anschluss zum Mittagessen beim amtierenden Zugkönig Klaus. Hier hatte seine Vera wirklich weder Kosten noch Mühen gescheut und ein opulentes Mahl hergezaubert. Danach galt es Kräfte zu sammeln für den abendlichen Fackelzug mit anschließendem Feiern im Festzelt und so zogen sich nach und nach die Schützen mit ihren Frauen zurück.

Zum Antreten des Corps am Vereinslokal "Pütz" gab es wieder lecker Bier und Spießbraten. Dafür gab es vom Hauptmann Frank Hoppe und vom Hubertuskönig Frank Vieten in diesem Jahr aber ein kleines Dankeschön für die Wirtsleute Ralf und Christiane Pütz in Form eines Blumengebindes und einer Flasche besten Hubi-Blutes. Bis jetzt hatten hatten wir noch keinerlei Ausfälle zu verzeichnen, was den Spieß geärgert haben muss.

Zum Fackelzug konnten wir mit unserer ersten Großfackel zeigen was für Künstler in uns stecken. Insgeheim hatten wir mit einer Plazierung unter den ersten drei gehofft. Aber man muss zugeben, das es aufwendigere Fackeln gab. So blieb uns nur der Applaus vom Straßenrand. Nichts desto trotz wurde es wie immer ein feucht-fröhlicher Abend im Festzelt, an dem die letzten erst um halb vier zu Hause waren.

Am Sonntagmorgen zum Antreten um 7:45 Uhr machten nicht alle unserer Schützen den fittesten oder ausgeschlafensten Eindruck. Trotzdem ging es zum gemeinschaftlichen Frühstück. Der Oberleutnant hatte eingeladen. Das anschließende Regimentsantreten sollte unseren Hubertuskönig Frank etwas kosten. Der Oberst, angestiftet vom Adjutanten Martin Salgert, ließ unseren Frank vortreten und fragt nach dem verpassten Kirchgang. Hierfür wurde eine Strafe von 10 Euro ausgesprochen. Dieses zahlte Frank aber gerne, hätte eine Nichtteilnahme am Frühstück doch satte 15 Euro gekostet. Man sieht, es zahlt sich aus wenn man rechnen kann. Nach dem anschließenden Zapfenstreich am Ehrenmal zogen wir wieder ins Zelt um dort den noch bei einigen Mitgliedern vorhandenen Brummschädel wegzutrinken. Das Mittagessen nahmen wir wieder im Zelt ein, wo wir sogar von der amtierenden Hubertuskönigin Tina bedient wurden. Hier gesellte sich auch unser zweiter Gastmarschierer Marc zu uns und die leeren Reihen, die die Sportverletzungen in unseren Zug gerissen hatte füllten sich langsam wieder...

Wie jedes Jahr war der Umzug ein Höhepunkt des Zuges. Bei herrlichem Wetter und guter Stimmung machte es Spaß durch die Norfer und Derikumer Straßen zu ziehen. Auch das neue Norfer Fanfarencorps das unserem Musikblock zugeteilt worden war tat das seinige dazu. Nach einigen Runden Bier auf den gelungenen Umzug warteten wir dann auf unsere Damen im Festzelt. Und nach dem offiziellen Teil wurde der Abend dann mal so richtig feucht-fröhlich. Die ersten menschlichen Verluste waren zu beklagen. So auch wieder unser Hauptmann, der vermutlich immer noch seinen erfolgreichen Königsvogelschuss mit sich selber feierte. Nach und nach verabschiedeten sich einige Zugkollegen und es kam die Vermutung auf, ob dies nicht an der massiven Druckbetankung mit Samtkragen am Mittag lag. Dieses widerliche Zeug wurde vom Hubertuskönig in die Runde geworfen bis den ersten die Farbe aus dem Gesicht wich. Nun ja, am Abend schaffte es keine handvoll Schützen bis zum Schluss... Auffallend war nur, das sich der Jungschütze Kevin wegen der Sportverletzung für´s marschieren abgemeldet und entschuldigt hatte, Abends im Festzelt aber keinerlei Beschwerden mehr hatte, wenn man sah wie er da feierte und tanzte.

Der Montagmorgen, ein Tag wo man etwas länger schlafen kann. Unser Martin als Oberstadjutant, Frank Hoppe als Hauptmann und Frank Vieten als Hubertuskönig waren zum Empfang der Stadt Neuss geladen. Der Rest der Bande traf sich zum gemenischaftlichen Frühstück im Zelt. Positiv hierbei: Unsere beiden Gastmarschierer Tim und Marc hatten anscheinend immer noch nicht die Schnauze voll und waren immer noch dabei. Allerdings immer noch ohne groß was zu sagen... Die drei Geladenenen gesellten sich nach dem Empfang auch zu uns und es wurde ein ausgiebiger Frühschoppen. Wurde am Anfang noch vermehrt Cola bestellt, um das kleine Männchen mit der Trommel im Kopf zu besänftigen, stieg doch auch bald der letzte auf Bier um. Samtkragen wollte seltsamerweise niemand mehr. Vom Festzelt aus ging es geschlossen zum Antreteplatz des Hubertuscorps. Hier galt es einiges vorzubereiten, richtete unser Frank als Corpsmajestät das Antreten aus. Suppe wurde erhitzt und Frikadellen gebraten. Alles in allem ein gelungenes Antreten. Der anschließende Umzug war wie immer kurz und bündig.

Am Abend hatten unser Zug- und Corpskönigspaar ihren großen Auftritt. Beim Einzug aller Königspaare hinterließen beide einen hervoragenden Eindruck. Beide Königinnen im Kleid, was will man mehr. Zunächst saßen sie mit der Prominenz auf der Bühne, später gesellten sie sich wieder zu uns an den Tisch. Tina als Corpskönigin ließ es sich nicht nehmen die Herren des Zuges an die Theke einzuladen. Frank als Corpskönig wollte nicht nachstehen und lud die Damen auf 2 Getränke an die Theke ein. Nun hatten die Damen Blut geleckt und so wurde so mancher Humpen an der Cocktailbude draussen auf dem Platz geleert. Dieser Abend wurde diesmal für einige was später. Manch eine, so hat man gehört, hat sich auch alles nochmals durch den Kopf gehen lassen.

Der Dienstag, der Wellness-Tag schlechthin. Heute hatte man Zeit die kleinen Wehwehchen wegen des Vorabends zu behandeln. Laut Marschplan stand erst um 13:30 Uhr das gemeinsame Treffen an. Und mit Sicherheit haben die meisten diese freie Zeit genutzt und ausgeschlafen. Der Spieß hatte zum Mittagessen eingeladen und es gab eine kräftige Suppe. Der Umzug, der kürzeste von allen, dürfte für die meisten auch nicht viel länger sein. Zu groß sind am Dienstag die Beschwerden körperlicher Art. Unser Frank Hoppe als Hauptmann übertraf sich Dienstags nochmals mit der Begrüßung der Majestät beim Abschreiten des Regiments. Selbst die Pferde des Hubertusmajors und dessen Adjutanten wurden namendlich erwähnt. Welche Meisterleistung und Wortgewandtheit...

Der Abend hatte es dann wieder in sich. Endspurt war angesagt. Schon während dem offiziellen Teil wurde einiges an alhoholischen Getränken bestellt und vernichtet. Aber als dieser vorbei war gab es kaum noch ein halten. Seltsamerweise hat die Saufkasse trotzdem noch überlebt. Die letzten verließen das Festzelt, nachdem Martin in seiner unnachahmlichen Art die Theke erstürmt hatte und allen noch anwesenden Gästen lautstark mitteilte: letzte Runde.....

Mittwoch, Ausklang Teil 1. Die letzten Jahre hatten es immer wieder gezeigt. Die körperlichen Anstrengungen über die Kirmestage sind zu groß. Die meisten können Mittwochs weder Bier sehen noch in Unmengen trinken. Das gleiche gilt für´s Essen. Deswegen hatten wir uns dazu entschlossen, den eigentlichen Kirmesausklang paar Tage später zu feiern, wenn wieder alle trinken und essen können. Den Mittwoch nutzen wir lediglich zum Residenzabbau und anschließend zum kleinen Rettichessen in der Gaststätte Pütz. Hierzu waren auch die anderen Hubertuszüge eingeladen worden. Wegen eigenen Terminen war jedoch keiner gekommen. So beschlossen wir den Tag um 14:00 Uhr und jeder begab sich langsam nach Hause um seine Wunden zu lecken.

Samstag, der 29.September. Ausklang Teil 2. Heute sollte der eigentliche Ausklang gefeiert werden. Und man kann nur sagen das wurde er. Leider waren nicht alle Mitglieder wegen Urlaub anwesend. Doch der noch vorhandenen Rest ließ sich davon nicht beirren. Als Lokal hatte Martin das Hippelanker Wirtshaus in Grimlinghausen auserkoren und genügend Plätze reserviert. Zufälligerweise fand am gleichen Abend ein bayrischer Abend statt, mit zünftiger Musik und passendem Essen. So wählten einige neben den obligatorischen Schnitzeln auch die Haxe vom Schwein. Aber wer die Haxe gesehen hat muss annehmen das diese vom Mammut und nicht vom Schwein war. Ein Riesending das Ding... Hier konnte sich erneut unser Kevin mit einem riesen Appetit auszeichnen. Wer sein Essen nicht aufbekam, keine Sorge. Kevin putzte alles weg. Nebenher wurden noch unzählige Maß getrunken und der Abend endete für die letzten um ca. 4:00 Uhr. Alles in allem ein sehr gelungener Abend welcher wiederholt werden muss.

 

 

 

 

 

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